Zaungäste

Altes Handwerk Zaunflechten. Haben wir herausgefunden – erst gemutmaßt durch Beobachtung, dann bestätigt bei Nachfrage. Das ist nämlich der Zaun der nächstgelegenen Nachbarn des Plateaus. Sehr freundliche Schweden, die uns in ein zwangloses Gespräch verwickeln, wie wir nachmittags mal eben vorbeihuschen wollen. Sie bauen sich ihren Zaun selbst, von einem weiteren Nachbarn angeleitet, nach einer Methode, die schon in der Wikingerzeit so gehandhabt wurde, Gärdesgård. Junge Kiefernstämme und ausreichend Äste und Ruten zur Befestigung liegen bereit, die senkrechten Stützen bestehen aus widerstandsfähigem Wacholder.

Hier passt sich die Lage der Stämme wunderbar an die Neigung des Weges an, wenn der Zaun aber auf ebener Fläche gebaut wird, liegen die Stämme hübsch schräg in den vertikalen Haltern. Die große Kunst besteht darin, die richtigen Proportionen zu treffen.

Mit diesem Ofen übrigens, den man dummerweise genau nicht sieht, weil er vom Pfosten verdeckt wird, werden die Äste und Ruten im Wasserdampf weich und biegsam gedämpft. Bis sie dann wie ein Stück Seil um die dicken langen Stämme gewickelt werden können. Der Zaun kommt nämlich ganz ohne Nägel, Schrauben oder Draht aus. 

Wie man sieht, gibt es zum Zeitpunkt dieses Fotos noch gar kein Stück Zaun – das ist ein paar Tage davor. Und da es lediglich nach Feuer riecht, geh ich davon aus, es werden Makrelen geräuchert. Logisch.

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