Casas Novas de Palmeira, São Teotónio, Odemira – Portugal

In der Regel gibt es zwei Möglichkeiten von Übernachtung: Entweder man steht mit all den anderen weißen Modellen zusammen auf Parkplätzen oder man landet auf Campingplätzen mit ordentlicher Logistik, aber wenig Flair. Wenn wir keinen Tipps folgen, recherchieren wir im Internet – da ist die Kunst das passende Suchwort. Gibt man die Worte Eco Camping ein, zeigen sich wunderbar gestaltete Seiten, die "Glamping" anbieten. Dieses neuere Phänomen bezeichnet die Verbindung von Camping mit dem Komfort eines 4 Sterne Hotels, also Zelten mit Doppelbett, Jakuzzi, Minibar und Zugang zum Privatstrand – und selbstredend ist das ganze irgendwie nachhaltig.

Umso erfreulicher, wenn man auf einer Website landet, die das alles nicht bietet, sondern 20 km zum Strand, keinen Strom (Mist), dafür selbstgebaute Trockenklos und Duschen unterm Sternenhimmel, Tiere und Reitstunden für die Kinder. Aber hauptausschlaggebend dafür, unbedingt hinzufahren: Hängebauchschweine.

Das Gelände ist weitverzweigt und riesig, es gibt neben dem Haupthaus noch zwei weitere zu mieten, mehrere Wohnwagen, ein Tippi, einen künstlichen See, Gemüsegärten und jede Menge Stellplätze. Außerdem Hunde, Pferde, Hühner und wie gesagt drei Hängebauchschweine. Das Karma ist gut und abends soll gegrillt werden und deswegen parken wir auf einem großen terrassenartigen Platz mit Horizontblick (mal wieder dreimal umparken, wir haben's immer noch nicht drauf). Da der Strom noch einen Tag langt (leidiges Thema), müssen wir uns erst mal keine Sorgen machen und an diesem Ort wird sich sicher auch eine Lösung finden.

Das nächstgelegene Städtchen – São Teotónio – ist 15 km entfernt, hat einen riesigen Intermarché und einen sehr netten Dorfplatz mit Cafés und Kirche. Zum nächsten Strand sind es auch etwa 20 km, dafür kann man direkt vom Gelände aus ewig spazieren gehen oder in die Berge fahren.

Unser Vertrauen darin, dass ein passender Platz auch alle notwendigen Bedürfnisse befriedigt, bestätigt sich: am nächsten Morgen fragt uns Nils, der Besitzer, ob er uns nachmittags mit an den Generator stöpseln soll, er muss ihn momentan eh immer für eine Stunde am Tag anstellen. Hurra, läuft bei uns.

Es wimmelt zudem von Berlinern, die kommen und gehen, mal als Familie mit Freunden, mal als Langzeitmitarbeiter, hängengebliebene Woofer oder Überwinterer. Es gibt Grillabende (dienstags) und Pizzaabende (freitags), aber nur wenn das Wetter passt, es ist unterhaltsam, aber alle lassen einen in Ruhe, es gibt ausufernde lustige Spieleabende (kennt ihr "Kennen Sie Minden?") und eingeregnete Quatschrunden.

Die kommenden Tage fließen ineinander, wir tummeln uns auf dem Gelände, machen Ausflüge, kochen erstmals so richtig (!), genießen Sonne wie Regen und warten auf den Impuls, wieder aufzubrechen.

Dieser auf dem Gelände entdeckte Backstein ist nur auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Backstein. (Ihr erinnert euch an den Plan mit dem Schamottstein?) Wenn man ihn nämlich mit dem Gaskocher aufheizt, wird er zum 1a Mini-Kachelofen, habe ich jedenfalls gelesen. Fürs erste habe ich ein paar Tests gemacht, aber es war nicht kalt genug, um rauszufinden, ob es wirklich funktioniert. (Elle fände das nicht schlimm, wenn er nicht funktioniert, könnte man ihn 1a einfach hier lassen.)

Das Essen, das man auf den Bildern sieht, ist das zweite selbstgekochte, das erste hätte man nicht sehen können, weil wir es dummerweise im Stockdunkeln zubereitet haben, wieder eine Idee, bei der man sich im Nachhinein fragt, wie man da drauf gekommen ist (wobei, es ist bereits um 19:00 finster, viel früher kann man ja kaum Abendessen, Portugal ist ne Stunde früher). Auch wenn es nach nicht viel aussieht, es ist vorzüglich, zumal das Gemüse – vor allem die Tomaten – weltklasse schmecken, Elle meint das sei totale Überbewertung, das gäbe es auch in Deutschland so ... lass ich mal so stehen.

2 Kommentare

  1. silvia brunner sagt: Antworten

    Sieht auf jeden Fall lecker aus , Euer selbstgekochtes!

  2. Panja Gobel sagt: Antworten

    Wunderschön!

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