Into the wild – Hätteboda Vildmarkscamping

Echt wildes Camping, das grünste Europas, wenn man der Website Glauben schenkt.

Bereits die Anfahrt geht durch tiefen Wald, an der Rezeption wird unkompliziert eingecheckt, man möge sich einen passenden Platz suchen, es gäbe genug (auf stolzen 8 ha). Und sie würden ja dann spätestens am nächsten Vormittag sehen, wo wir gelandet seien. Wir wollen direkt am Wasser stehen und sehen uns das weitläufige Areal ausgiebig an. Landen tun wir bei den Berlinern mit der noblen Landy-Ausstattung direkt neben den 2 Familien mit den 7 Kindern. Hm, ob das so klug war? Aber es ist einfach der schönste Platz.

Hätteboda Gård
360 13 Urshult, Schweden

Nach dem Abendsnack sehen wir uns die Facilitys (höhö) näher an. Es gibt hübsche Trockenklos nicht so sehr weit weg, Selbstbastelduschen (schwarze Säcke, die tagsüber in die Sonne gelegt oder mit am Ofen erhitzem Wasser aufgefüllt und dann in eine Hängevorrichtung in einem Holzduschhäuschen eingebaut werden) in weiter weg, Spülstationen in sehr weit weg und kostenloses Feuerholz ganz nah. Strom gibts gar nicht und das Wasser, was mittelweit weg mit einer Pumpe gezapft werden kann, schmeckt extrem nach Eisen, ist aber fast nicht braun.

Saunas gibt es auch, die man sich selbst mit dem kostenlosen Feuerholz anheizt – Sägen und Beile liegen bereit. Zudem hat es einen höhlenartigen runden Raum mit einer gewaltigen Esse in der Mitte, wo großes Getier gegrillt werden kann. Man sitzt außenrum sternförmig an mit Ketten aufgehängten langen Tischen und Bänken. Walhalla heißt er (sic!), bei Regen oder Langeweile ums Abendessen lässt es sich in dieser dunklen Höhle lustig speisen.

Und was sollen wir sagen – es ist toll. Die 7 Nachbarskinder sind verlässlich ab 7 am Start, die Eltern bemüht, die Bande in sortierte Aktivitäten zu steuern, das Wetter ist stabil und Enten und Fische nah. Dirk muss dann mal für ein paar Stunden verschwinden, um der akustischen Reizüberflutung zu entgehen, ich lieg derweil den Enten zu Füßen.

Kanus kann man hier für 1,50 € in der Stunde ausleihen, schön, was hier Priorität hat (die Platzgrundgebühr ist eher hoch mit 24 €, aber man zahlt pro Camper/Familie). Wir erkunden das verzweigte Seen und Kanalgebiet – das Campingareal erstreckt sich über 3 Halbinseln – und fallen trotz eskapadischer Selfies nicht ins Wasser.

Später – während wir bei Chips und Wein sitzen – fängt der Familienvater nebenan einen Hecht, groß wie unser Kissenexemplar, so schnell kann's gehen. Wir bleiben 3 Tage.

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