Weiter im und ins Land

Schon viel besser gestimmt als vor 2 Tagen verlassen wir heiter unser erstes kroatisches Camp und wenden uns weiter gen Süden. Ich hatte mich extra vor der Abfahrt noch mit meinem Ex-Kollegen Marin getroffen, um Tipps vom Profi zu erhalten (Marin stammt aus Kroatien bzw. seine Eltern leben heute wieder hier und er ist regelmäßig und viel im Land), damit wir auf jeden Fall nur tippitoppi Erlebnisse sammeln. Na dann los, wir sind bereit.

Zum Frühstücken geht's ins nur 7 km entfernte Novalja, dabei fällt auf, wir haben ja auch wirklich noch gar nichts gesehen seit Ankunft mit der Fähre. (Also außer den halb- bis fertigen Neubaugebieten auf dem Weg, die uns depressiv stimmten.) Aber der Ort ist einladend und schon gut gefüllt für 9:45 und ein paar Meter nach dem Schild verstehen wir dann auch den Sinn desselbigen. Wenngleich es natürlich – selbst in der Vorsaison und am noch nicht ganz so heißen Vormittag – völlig ignoriert wird.

Das Frühstück mit Blick auf britische Urlaubsprofis war exzellent und etliche Männerbäuche später starten wir zu unserem nächsten Ziel: Dirk hat einen Platz an einem Süßwassersee ausgecheckt, DER Knaller, da müssen wir hin.

Die Fahrt führt durch jetzt grünere Gegenden mit massig Natursteinmauern, wie man sie im ganzen Land vorfindet. Selten sind Schafe oder Ziegen darin, aber dafür waren sie wohl unter anderem gedacht. Der Himmel ist der Traum, die Temperaturen toll, der Wind moderat und angenehm erfrischend.

Marin hat mir sowohl vielversprechende Natur- wie auch Städte-Tipps mitgegeben, dem ein oder anderen nähern wir uns nun. (Die nördlicheren werden uns bei der Rückfahrt zur Orientierung dienen.) Da wir aber sowieso nicht ansatzweise die Liste abarbeiten können, gehen wir es locker an.

Erstmal steuern wir Kamp Karin an. Karin nicht etwa nach Dirks Mutter oder anderen weilblichen Namensträgern, sondern nach dem Landstrich benannt, in dem das Kamp liegt. Doch auch wenn Dirk bis zur letzten Minute voll des Lobes und der Überzeugung ist – der zum Wasser hin eingezäunte (warum denn nur?), in der prallen Sonne liegende und lediglich von einem einzigen Wohnwagenpärchen besuchte Platz wird nicht unsere nächste Heimstatt. Klassischer Fall von gut gemeint, aber völlig schief gegangen. Ich würde tagelang aus Mitleid mit dem Betreiber Unkraut jäten oder den Zaun flicken, und ihm dann ungefragt Marketing-Tipps zum Überleben geben – wir können also unmöglich bleiben.

Obwohl die Natur außenrum (hier trifft Süß- auf Salzwasser und es gibt seltene Moore) wirklich fantastisch ist. Ach, und Wildcampen ist übrigens in ganz Kroatien verboten, daher richten wir unsere Route (bisher noch) nach Campingplätzen aus.

Dann weiter zum nächsten Platz. Der liegt bei Tisno, nur 30 min entfernt, hat Anschluss an einen Ort und soll auch Knaller sein. (Ja, Dirk preist alle Plätze so an, er muss ja immer eine überaus skeptische Frau überzeugen.)

Hier kommt das Schmankerl hinzu, dass in Tisno just heute eine Marienprozession zur Marienerscheinungsstätte an der oberen Kirche stattfindet. Und zur Feier ist dann auch das halbe Dorf abgesperrt, sind Buden und Marktstände aufgebaut, zahlreiche Spielzeugstände vor allem, zur Erbauung der quengelnden Kinder. Bei näherer Betrachtung gibt es vorrangig täuschend echte Plastikwaffen in großer Auswahl. Hat möglicherweise mit der Vergangenheit des Landes zu tun, politisch unkorrekt finden es jedenfalls die Eltern allesamt nicht, dass die Kinder zwischen 1 und 12 Jahren unverhohlen damit durch die Gegend ballern. Erst wird zu Maria Erscheinung hochgepilgert, dann munter in Wummen und Barbiepuppen investiert.

Wir pilgern versehentlich in die Gegenrichtung und kommen entsprechend verspätet hinauf zur Stätte, an der eben der Gottesdienst zu Ende ging. Wir genießen dennoch Wallstatt und Aussicht und marschieren dann stramm runter zum essen.

7 Kommentare

  1. Panja Gobel sagt: Antworten

    Wow! Geile Bilder. Schade dass es immer so anstrengend is durchzuklicken … da werde ich dann immer schnell müde. Schaut dennoch toll aus.

    1. hessenorhelladmin sagt: Antworten

      Ojeh, weil sie so langsam laden oder weil sie nicht als Galerie in einem durchzuklicken sind?
      Sorry … ist dann wohl nicht ganz optimal angelegt von uns ;/

  2. Silvia Brunner sagt: Antworten

    Ja, ich finde das auch anstrengend. Man muss jedes Bild einzeln anklicken und das dauert.

    1. hessenorhelladmin sagt: Antworten

      Hm, sehr blöd. Eigentlich hab ich schon immer auf die Ladezeiten geachtet ;( Aber dann müssen wir sehen, dass wir durchklickbare Galerien einbinden. Ich würde nur gern nicht die Artikelform verlassen. Mal schauen, was WordPress da noch so drauf hat 😉

  3. Panja Gobel sagt: Antworten

    und was auch komisch ist dass ich selber gar nicht benachrichtet werde wenn jemand auf den Kommentar antwortet? Komisch.. denn man muss ja seine email angeben …Das macht den Kontakt etwas mühsam.
    Re. Bilder man müsste theoretisch im Sinne einer guten user experience nur auf ein Bild klicken müssen und dann als Gallery alle durchschauen können, mit links rechts Pfeilen. Vielleicht bin ich da etwas verwöhnt aber eigentlich ist das doch jetzt überall so oder? Lasst euch aber damit nicht die Reise verderben. Bin ja eigentlich nur traurig dass ihr gar nicht mehr auf Flickr vertreten seid – schnief!

    1. hessenorhelladmin sagt: Antworten

      Wir gehen’s an! Die Galerien gibt es auch, allerdings sehen die nicht cool aus …
      Und ja, I know, ich vernachlässige FLickR völlig, sorry ;(
      Aber danke für euer Feedback, wir wollen ja auch immer besser werden ;)) bis du nicht mehr merkst, dass wir nichts mehr auf FlickR stellen ;))

  4. Panja Gobel sagt: Antworten

    Man muss vielleicht dass WordPress theme selber hacken/ändern. Hab grad einen coding Kurs hintermir und werde als nächstes mein eigenes wordpress thema entwerfen. Vielleicht hab ich ja eine gute alternative für euch bis zum Sommer! Viel Spass noch. Bin in Formantera naechste Woche…leider nich nah genug bei euch but Sonne Sonne Sonne! xxx

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