Castelo de Monsaraz – Portugal

Der Geheimtipp ist nicht ganz so geheim, denn als wir ankommen, steht schon eine ganze Herde Wohnmobile auf dem Parkplatz unterhalb der Festung. Klein wie wir sind, passen wir gerade in eine Lücke zwischen zwei Ungetümen.

Perfekt, wir stehen kuschelig unter Olivenbäumen und just als wir uns zum Wein setzen, steigt ein riesiger roter Mond über der Seenlandschaft auf. Wir sind die einzigen, die ihn sehen, weil alle anderen Wohnmobile verrammelt und verdunkelt sind und die Satellitenschüssel hochgefahren haben. Warum man reist, um dann abends fern- und nicht raus zu sehen, wird sich mir erst mal nicht erschließen.

Die Festung und der Ort, den die Mauer umschließt, ist auf Touristen eingestellt, biedert sich aber nicht an. Alles ist herausgeputzt und geschmackvoll hergerichtet, es gibt Shops und kleine Restaurants und eine Freiluft-Fotoausstellung an den Hauswänden. Drei parallele Gassen durchzieht das schmale Dörfchen, in der Mitte trohnt die Basilika.

Trotz der locker 400 Parkplätze gibt es kein öffentliches Klo, außer eins versteckt bei der Kirche, welches wir aber erst am nächsten Tag kurz vor der Abfahrt entdecken. Dass man sich ständig hinter Büschen wiederfindet, wo viele andere auch schon waren, wird zunehmend lästig, hier muss sich bald eine Lösung finden. Ein Pärchen, das auch im Bus unterwegs ist, steuert in Portugal immer Supermärkte an, weil die früh öffnen und Sanitäranlagen haben müssen. Immerhin eine Möglichkeit.

Am Morgen (es ist kurz nach 8) steht der Mond noch über dem Kastell, die Sonne übernimmt den Platz über den Seen.

In dem kleinen Café "Gazpacho" gibt es sehr guten Kaffee, einen hilfsbereiten Betreiber, der uns geduldig die richtigen Wort fürs Kaffeebestellen beibringt (Elle soll immer einfach Cappuccino sagen) und ein Stück Sericaia, einen traditionellen Griesskuchen mit eingelegter Reneclode oben drauf, müsst ihr probieren.

Wir spazieren nochmal eine Runde durch den Ort, ...

... besuchen das Museum (huch), ...

... entdecken eine Schildkröte in der Zisterne und als wir zurückkommen, sind fast alle Nacht-Nachbarn weg.

Es bleibt diesig, aber es ist angenehm mild, und auch wir reisen weiter, wir wollen weiter ins Land hinein (das Kastell liegt unweit der spanischen Grenze, etwa auf Höhe von Lissabon) und wieder Richtung Meer.

1 Kommentar

  1. Elisabeth Karsch sagt: Antworten

    Ihr seid ja fleißig – tolle Eindrücke und schön, dass ihr im Zielland gelandet seid!
    Im Allgäu ist’s „aprilig“ und wird nach Föhnwetterwochenende kalt – vielleicht bald Schnee?
    Hab heute mal nach meinem Bus geschaut, der Motor ist angeblich im Anmarsch, sonst schon alles gerichtet….. (hab aber glaub ich keine Winterreifen :-))
    Viele Bussis und bunte Herbstgrüße nach Portugal

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