Endlich wieder los!

Wie lang wir darauf gewartet haben: endlich wieder im Bus sitzen, endlich wieder loskönnen, endlich wieder draußen übernachten. Nach über 8 (!) Monaten die erste Nacht im Bus, schockierend, war uns selbst nicht klar. Zum Auftakt geht's nach Bayern, mit einem Besuch bei Silvia und Helli, damit sich unsere Busse auf der Nation im Juli auch wieder erkennen können. Wie immer gibt es alles rund um Gefieder und andere interessante Dinge zu erkunden. Auch Schrottkunst in Paunzhausen, kulturelle Irritation, aber starker Gestaltungswillen allemal.

Das Wetter ist nach wie vor unvorhersehbar und so schlagen wir erstmal bei Elles Eltern auf, in der Hoffnung, von München aus immerhin schon mal Tagesausflüge in die Berge zu machen, während wir mögliche Öffnungsszenarien Richtung Österreich und Italien aussitzen.

Es zieht sich – sowohl das mit dem besseren Wetter als auch die Lockerung von Auflagen hinsichtlich touristischer Übernachtungen – aber es gibt genug anderes zu erledigen: Grabpflege, Haarpflege, Hellis Eier essen, Kuchen essen, Schnitzel essen, Objektiv benutzen, Ostpark benutzen. Und immerhin Bergblick bei immerhin einem Ausflug mit Volli und Sonja.

Zack, ist ne Woche rum, Dirk ist kurz vor der Depression, ich überfordert von zu viel Arbeit und der Eltern-Partner-eigene-Erwartungs-Balance. Wir lösen das Problem durch Schuhkauf, das hilft Dirk verlässlich und zeitgleich geht es in die Nähe der Berge: Meindl am Waginger See. Dirk braucht unbedingt Wanderschuhe, wenn wir schon nicht nach Österreich können, Seelenfrieden ist nicht logisch.

Die Verkäuferin weiß was sie tut, daher haben wir beide am Schluss ein Paar an der Kasse stehen. Ich hab ja schließlich auch gern Frieden. Und so viel Spoiler darf hier sein: diese Investition wird uns viel Freude und null Blasen bereiten, wir sind auch immer noch baff.

Beschwingt fahren wir ums Eck zu dem Bauernhof, wo wir vor 45 Jahren die jährlichen Sommerfamilienurlaube verbracht haben, prompt schaut der Sohn aus dem Stall, verrät uns sein neues Seegrundstück zum Kuchenessen, prompt schüttet es, als wir dort ankommen, dennoch bleibt die Laune bis zur Rückkehr nach Neuperlach ungetrübt und mit einem Betthupferl-Schnäpschen läuten wir das Finale bei den Eltern ein, es ist entschieden, wir müssen los. Nach endloser Recherche im Kleingedruckten aller Bundesland-Corona-Reise-Auflagen, haben Dirk und das Wetter entschieden: wir fahren nordwärts, und zwar ans grüne Band nach Ifta.